Eine Übersicht über Kulturdenkmäler in Worms finden Sie hier (PDF).
Am 12. September 2010 fand zum 18. Mal der "Tag des offenen Denkmals statt. Das Thema 2010: Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr. Bundesweit standen erneut Bau- und Bodendenkmale für Besucher offen. An diesem Tag konnten neben Kaufmannshäuser, Bahnhöfen, Straßen, Kanälen oder historischen Verkehrsmitteln auch historische Orte der Migration und kulturellen Begegnung gezeigt werden. Pilgerwege oder Handelsrouten standen ebenfalls im Mittelpunkt.
Auch in Worms öffneten einige "Kulturschätzchen" ihre Pforten für interessierte Besucher.
Als Hauptbeispiel der Romanik am Mittelrhein wirkte der im 12. Jh. auf den Fundamenten eines ottonischen Vorgängerbaus errichtete Dom schulbildend. Doppelchörige dreischiffige Basilika mit Querhaus, Vierungsturm und vier Ecktürmen, Kapellen- u. Sakristeianbauten, gotisches Südportal zwischen 1290 und 1320, bedeutende Ausstattung des 12. bis 18. Jh. ...mehr
Dreischiffige, im Wesentlichen romanische Basilika. Kleinste und älteste erhaltene romanische Wormser Kirche (karolingischer Ursprung). Mehrmals zerstört und zuletzt 1952/53 wiederhergestellt. Zur Ausstattung zählen ein Taufstein um 1500 und Wappengrabsteine des 15.-17. Jh. ...mehr
Daneben werden kurze Vorträge über den Heiligen Magnus („St. Mang“)Öffnungszeiten am 12.9.: 11 - 18 Uhr
1890 im neuromanischen "Nibelungenstil"von Stadtbaumeister Karl Hofmann erbauter Wasserturm, einer der höchsten Türme der Stadt. Er wurde jüngst als "Wohnturm" umgenutzt. Der Architekt stellt sein Konzept selbst vor. ...mehr
Auffällige Gebäudegruppe im neuromanischen Stil. 1903 nach Plänen von Fritz Klingholz errichtet. Bahnhofshalle mit ihrem großen rundbogigen Eingang, ornamentale Gestaltung stellt die Entwicklung des Transportwesens dar. Südlicher Abschluss, der Fürstenpavillon, diente dem Empfang hoher Gäste. Prägendes Beispiel des "Nibelungenstils", Vermischung von Neuromanik und Darmstädter Jugendstil, "erfunden" vom Wormser Stadtbaumeister Karl Hofmann. Ein auch überregional bedeutendes Gebäude von hervorragender Qualität und Einfallsreichtum.
Spektakulärer Fund bei Straßenbauarbeiten zur Erweiterung der Kreuzung Rheinstr., Ludwigstr., Wallstr. im Mai 2009. Zum Vorschein kam ein Brückenbauwerk, die historische Woogbrücke. Auf einer Zeichnung von Peter Hamman überliefert. Die Zeichnung stellt den Zustand vor der großen Stadtzerstörung 1689 dar und gibt damit einen Hinweis auf die Datierung, eine Entstehung spätestens im 17. Jh.. Durch eine kurzfristige, aber dennoch weitreichende Änderung der Straßenplanung konnte der historische Baukörper im Ganzen erhalten und ein Teil künftig für Besucher zugänglich gemacht werden. ...mehr
Verbindet das rheinland-pfälzische Worms mit den hessischen Städten Lampertheim und Bürstadt, Dreibogige Brücke mit neunbogiger Vorlandbrücke und mittelalterlichen Tortürmen. Am 26. März 1900 eingeweiht, nach Zerstörung Ende des II. Weltkriegs beschädigter Brückenturm auf der hessischen Rheinseite abgetragen. Stahlkonstruktion der rheinüberspannenden Bögen durch die erste im freien Vorbau errichtete Spannbetonbrücke Deutschlands ersetzt, Einweihung 1953, Erhalt des neuen Namens "Nibelungenbrücke". Zwei Fahrspuren des Kulturdenkmals reichten für das steigende Verkehrsaufkommen nicht mehr aus. 2005 bis 2008 wurde daher in nur 25 m Abstand eine zweite Brücke erbaut. Die historische Brücke wird derzeit durch die Hessische Straßen- u. Verkehrsverwaltung grundsaniert. Ab 2012 wird die Rheinquerung über zwei parallel verlaufende Brücken möglich sein.
Auf der rheinland-pfälzischen Seite ist der 53 Meter hohe, neuromanische Brückenturm erhalten. Er wurde 1900 nach Plänen von Stadtbaumeister Karl Hofmann errichtet. Formal ist er der ehemaligen Mainzer Pforte nachempfunden. Drei Untergeschosse und auf der Aussichtsplattform der Treppenarkade Rheingütestation. Alte Kassenräume auf Fahrbahnniveau wichen nach dem Krieg den Durchbrüchen für Fuß- u. Radweg. Direkt über der Durchfahrt ursprünglich zwei Etagen Dienstwohnungen für die Brückenwärter, später auch die beiden oberen Massivetagen ausgebaut, darüber drei Dachgeschosse, imposanter Schieferhelm. Oberhalb der Fahrbahn acht Etagen, von denen fünf genutzt werden. Monumentaler Turm im "Nibelungenstil", repräsentative Eingangssituation der Stadt.
Neben Kaffee und Kuchen lädt der Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Land Rheinland-Pfalz/Saar zu einer Ausstellung ein. Die Geschichte des Nibelungenturms und die Arbeit der Pfadfinder werden vorgestellt.
Heppenheim:
Erbaut 1596/97 im spätgotischen Stil. Gotischer, kreuzgewölbter Chor mit Maßwerkfenstern und barocker Ausmalung, reiche Triumphbogenmalerei. Flachgedeckter Saalbau, Umbau 1852/53. Im Original erhaltene Sauer-Orgel. Fenster mit Glasmalerei aus der Werkstatt Linnemann, Frankfurt.
Herrnsheim:
Von den Freiherren von Heyl zu Herrnsheim 1891 erbaut. Privatkapelle mit Grablege, ein herausragendes Beispiel neuromanischer Architektur. Hohe Qualität durch ausgesuchte auswärtige Künstler. Erbaut nach Plänen des Münchner Architekt Gabriel von Seidl, der einen vierseitigen romanisierenden Baukomplex mit Kirche und Kreuzgang entwarf. Historisierende Ausmalung der Kapelle und des Kreuzgangs vom Düsseldorfer Heraldiker Otto Hupp. Ausstattung von bester handwerklicher Qualität. A auch für andere Stiftungen der Industriellenfamilie Heyl wurden auswärtige Künstler wie z. B. Theodor Fischer oder Adolf von Hildebrand verpflichtet.
Durch Wolfgang Heribert (1750-1806), Kämmerer von Worms, gen. von Dalberg, im frühen 19. Jh. errichtet. Einbezug des mittelalterlichen Rundturms (seit 1821 Bibliothek) und umfangreiche barocke Substanz. Im Innern reflektieren ausländische Importe die offene Haltung der Bauherren, so zum Beispiel die beiden farbigen franz. Papiertapeten mit Darstellungen von Paris und Landschaft am Bosporus und das pompejanische Zimmer. Kostbarer Parkettfußboden im "Blauen Saal" aus verschiedenen exotischen Hölzern geschaffen. Parkanlage, ursprünglich in barocken französischen Formen, zeitgemäß in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. ...mehr
Repräsentativer Mansarddachbau, als eines der Nebengebäude des Schlosses im 18. Jh. errichtet. Die soeben abgeschlossene, zweijährige Renovierung wurde mit einer ausdrücklichen Anerkennung des ersten Sparkassen-Denkmalpreises Rheinland-Pfalz gewürdigt.
Hochheim:
Saalbau des frühen 17. Jh. Krypta mit Altarplatte und Turmuntergeschosse aus dem Gründungsbau des 11. Jh. Die beiden Turmobergeschosse um 1200. ...mehr
Horchheim
1907/08 mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes nach Plänen von Friedrich Becker erbaut. Jugenstil-Ausmalung im Chorraum von Fritz Muth, Worms. Orgel der Gebrüder Linck. Mit dem östlich angeschlossenen Pfarrhaus bemerkenswertes Jugendstil-Ensemble, einmalig in der Wormser Umgebung.
Pfeddersheim:
Großzügiges Bahnhofsgebäude, 1884 im Zuge des Baus der Rheinhessenbahn von der Hessischen Ludwigsbahn errichtet. Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus mit flachem übergiebelten Mittelrisalit waren die Dienst- und Schalterräume, im OG Wohnungen, später Anbau des eingeschossigen Wartesaals und zum Bahnkörper hin einen ebenfalls eingeschossigen Fachwerkbau als Stellwerk. Trotz Betrieb wurde er verkauft, grundlegende Sanierung mit neuem Nutzungskonzept soeben abgeschlossen.
Der "Tag des offenen Denkmals" ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich in diesem Jahr im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den "Tag des offenen Denkmals" bundesweit. Er wird immer am 2. Sonntag im September begangen. Ziel des Tages ist es, Denkmale für ein breites Publikum zu öffnen, die sonst nicht zugänglich sind. Mit dieser Idee zählt die Aktion zu den erfolgreichsten Kulturveranstaltungen in Deutschland.
Das bundesweite, laufend aktualisierte Programm ist im Internet abrufbar unter