"Tag des offenen Denkmals" in Worms

am Sonntag, 12.09.2010
 

Eine Übersicht über Kulturdenkmäler in Worms finden Sie hier (PDF).

 
Bild: Plakat zur Veranstaltung Tag des offenen Denkmals 2010

"Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" - Motto des Denkmaltags 2010

RÜCKBLICK 2010:
 

Motto: "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr"

Am 12. September 2010 fand zum 18. Mal der "Tag des offenen Denkmals statt. Das Thema 2010: Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr. Bundesweit standen erneut Bau- und Bodendenkmale für Besucher offen. An diesem Tag konnten neben Kaufmannshäuser, Bahnhöfen, Straßen, Kanälen oder historischen Verkehrsmitteln auch historische Orte der Migration und kulturellen Begegnung gezeigt werden. Pilgerwege oder Handelsrouten standen ebenfalls im Mittelpunkt.

Auch in Worms öffneten einige "Kulturschätzchen" ihre Pforten für interessierte Besucher.


Programm am Sonntag, 12.09.2010 in Worms

Folgende "Kulturschätzchen" waren zu sehen:

 

Innenstadt

 

Bild: Wormser Dom

Wormser Dom

Dom St. Peter / Domplatz, 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Als Hauptbeispiel der Romanik am Mittelrhein wirkte der im 12. Jh. auf den Fundamenten eines ottonischen Vorgängerbaus errichtete Dom schulbildend. Doppelchörige dreischiffige Basilika mit Querhaus, Vierungsturm und vier Ecktürmen, Kapellen- u. Sakristeianbauten, gotisches Südportal zwischen 1290 und 1320, bedeutende Ausstattung des 12. bis 18. Jh. ...mehr

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 12.45 - 18 Uhr
  • Führungen: 13, 14, 15 und 17 Uhr
  • Aktionen: 16 Uhr - spirituelle Domführung mit Propst E. Prieß
     
Bild: Magnuskirche

Magnuskirche

Ev. Magnuskirche / Weckerlingplatz, 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Dreischiffige, im Wesentlichen romanische Basilika. Kleinste und älteste erhaltene romanische Wormser Kirche (karolingischer Ursprung). Mehrmals zerstört und zuletzt 1952/53 wiederhergestellt. Zur Ausstattung zählen ein Taufstein um 1500 und Wappengrabsteine des 15.-17. Jh. ...mehr

Daneben werden kurze Vorträge über den Heiligen Magnus („St. Mang“)Öffnungszeiten am 12.9.: 11 - 18 Uhr

  • Führungen: Kirchen-, Turm- u. Glockenführungen 11.30 - 12.30 u. 16.30 - 17.30 Uhr
  • Aktionen: Kurzvorträge über den heiligen Magnus, Namenspatron der Kirche und Reiseprediger; Gottesdienst um 18 Uhr
     
Bild: Wasserturm in Worms

Wasserturm

Ehemaliger Wasserturm / Karlsplatz 1, 67549 Worms / Lage im Stadtplan

1890 im neuromanischen "Nibelungenstil"von Stadtbaumeister Karl Hofmann erbauter Wasserturm, einer der höchsten Türme der Stadt. Er wurde jüngst als "Wohnturm" umgenutzt. Der Architekt stellt sein Konzept selbst vor. ...mehr

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 10 - 16 Uhr
  • Führungen: nach Bedarf
     
Bild: Steinrelief am Hauptbahnhof Worms

Steinrelief am Hauptbahnhof Worms

Hauptbahnhof / Bahnhofstraße, 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Auffällige Gebäudegruppe im neuromanischen Stil. 1903 nach Plänen von Fritz Klingholz errichtet. Bahnhofshalle mit ihrem großen rundbogigen Eingang, ornamentale Gestaltung stellt die Entwicklung des Transportwesens dar. Südlicher Abschluss, der Fürstenpavillon, diente dem Empfang hoher Gäste. Prägendes Beispiel des "Nibelungenstils", Vermischung von Neuromanik und Darmstädter Jugendstil, "erfunden" vom Wormser Stadtbaumeister Karl Hofmann. Ein auch überregional bedeutendes Gebäude von hervorragender Qualität und Einfallsreichtum.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 9.30 Uhr, Treff am Haupteingang
     
Bild: Woogbrückenfund Mai 2009 in Worms (Foto: Stadtarchiv Worms)

Woogbrücke (Ausgrabung im Mai 2009; Foto: Stadtarchiv Worms)

Woogbrücke / Kreuzungsbereich Rheinstraße, Wall-/Ludwigstraße (Rheintorplatz), 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Spektakulärer Fund bei Straßenbauarbeiten zur Erweiterung der Kreuzung Rheinstr., Ludwigstr., Wallstr. im Mai 2009. Zum Vorschein kam ein Brückenbauwerk, die historische Woogbrücke. Auf einer Zeichnung von Peter Hamman überliefert. Die Zeichnung stellt den Zustand vor der großen Stadtzerstörung 1689 dar und gibt damit einen Hinweis auf die Datierung, eine Entstehung spätestens im 17. Jh.. Durch eine kurzfristige, aber dennoch weitreichende Änderung der Straßenplanung konnte der historische Baukörper im Ganzen erhalten und ein Teil künftig für Besucher zugänglich gemacht werden. ...mehr

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 13-17 Uhr
  • Aktionen: Präsentation zur Straßenführung und Platzgestaltung; Schautafeln zu weitreichenden Auswirkungen des Fundes auf die Straßenplanung
     
Bild: die beiden beleuchteten Wormser Rheinbrücken (Brückenfest 2008)

Rechts die neue, links die "alte" Wormser Rheinbrücke (Foto: Brückenfest 2008)

Nibelungenbrücke / 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Verbindet das rheinland-pfälzische Worms mit den hessischen Städten Lampertheim und Bürstadt, Dreibogige Brücke mit neunbogiger Vorlandbrücke und mittelalterlichen Tortürmen. Am 26. März 1900 eingeweiht, nach Zerstörung Ende des II. Weltkriegs beschädigter Brückenturm auf der hessischen Rheinseite abgetragen. Stahlkonstruktion der rheinüberspannenden Bögen durch die erste im freien Vorbau errichtete Spannbetonbrücke Deutschlands ersetzt, Einweihung 1953, Erhalt des neuen Namens "Nibelungenbrücke". Zwei Fahrspuren des Kulturdenkmals reichten für das steigende Verkehrsaufkommen nicht mehr aus. 2005 bis 2008 wurde daher in nur 25 m Abstand eine zweite Brücke erbaut. Die historische Brücke wird derzeit durch die Hessische Straßen- u. Verkehrsverwaltung grundsaniert. Ab 2012 wird die Rheinquerung über zwei parallel verlaufende Brücken möglich sein.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: siehe Aktionen
  • Treff: neue Nibelungenbrücke am hessischen Ufer
  • Aktionen: 12, 14 und 15.30 Uhr Führungen zur Sanierung / 13 und 14.30 Uhr Themenführungen Natur- u. Denkmalschutz "Fledermäuse" / 12.30 u. 13.30 Uhr Vortrag durch Eberhard Pelke über die Geburt des Spannbetons / Film: Sagenhaft - Die Sanierung der historischen Nibelungenbrücke / Fotoausstellung / länderübergreifendes Treffen zwischen den Leitern der hessischen und rheinland-pfälzischen Denkmalpflege, Präsident Prof. Dr. Konrad Weiß und Landeskonservator Dr. Joachim Glatz
     
Bild: Brücketurm (links) mit Rheingütestation (rechts)

Der Turm der "alten" Rheinbrücke, rechts daneben die Rheingütestation

Nibelungenturm / 67547 Worms / Lage im Stadtplan

Auf der rheinland-pfälzischen Seite ist der 53 Meter hohe, neuromanische Brückenturm erhalten. Er wurde 1900 nach Plänen von Stadtbaumeister Karl Hofmann errichtet. Formal ist er der ehemaligen Mainzer Pforte nachempfunden. Drei Untergeschosse und auf der Aussichtsplattform der Treppenarkade Rheingütestation. Alte Kassenräume auf Fahrbahnniveau wichen nach dem Krieg den Durchbrüchen für Fuß- u. Radweg. Direkt über der Durchfahrt ursprünglich zwei Etagen Dienstwohnungen für die Brückenwärter, später auch die beiden oberen Massivetagen ausgebaut, darüber drei Dachgeschosse, imposanter Schieferhelm. Oberhalb der Fahrbahn acht Etagen, von denen fünf genutzt werden. Monumentaler Turm im "Nibelungenstil", repräsentative Eingangssituation der Stadt.

Neben Kaffee und Kuchen lädt der Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Land Rheinland-Pfalz/Saar zu einer Ausstellung ein. Die Geschichte des Nibelungenturms und die Arbeit der Pfadfinder werden vorgestellt.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 11 - 18 Uhr
  • Führungen: bei Interesse werden alle 15 Minuten Führungen angeboten
  • Aktionen: 
    » Obergeschosse: Kaffee u. Kuchen / Ausstellung über die
       Geschichte des Nibelungenturms und die Arbeit der
       Pfadfinder des Verbandes christlicher Pfadfinderinnen
       und Pfadfinder Land Rheinland-Pfalz/Saar; 
    » Untergeschosse: 13.30 - 17.30 Uhr Gewölbe des
       Brückenturms und die Rheingütestation geöffnet /
       14, 15, 16 und 17 Uhr Gruppenführungen / weitere
       Infos zum Rhein, Wasserqualität und zur Geschichte
       des Baus der Rheingütestation im Info-Raum der
       Rheingütestation
     
      

Stadtteile

 

Bild: Ev. Kirche in Heppenheim

Ev. Kirche in Heppenheim

Heppenheim:

Ev. Kirche / Kirchhofplatz 4, 67551 Worms-Heppenheim an der Wiese / Lage im Stadtplan 

Erbaut 1596/97 im spätgotischen Stil. Gotischer, kreuzgewölbter Chor mit Maßwerkfenstern und barocker Ausmalung, reiche Triumphbogenmalerei. Flachgedeckter Saalbau, Umbau 1852/53. Im Original erhaltene Sauer-Orgel. Fenster mit Glasmalerei aus der Werkstatt Linnemann, Frankfurt.  

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 11 - 12 und 14 - 17 Uhr  (sonst auf Anfrage geöffnet)
  • Führungen: nach Bedarf durch Werner Kropp
  • Ansprechpartner: Werner Kropp, Ev. Kirchengemeinde Heppenheim, Telefon (0 62 41) 3 39 66, Telefax: (0 62 41) 20 80 59, E-Mail: wernerkropp@freenet.de
     
Bild: Deckenmalerei in der Gottliebenkapelle (Foto: Stadtarchiv Worms)

Gottliebenkapelle (Foto: Stadtarchiv Worms)

Herrnsheim:

Ev. Gottliebenkapelle / Gabriel-von-Seidl-Straße 10, 67550 Worms-Herrnsheim / Lage im Stadtplan

Von den Freiherren von Heyl zu Herrnsheim 1891 erbaut. Privatkapelle mit Grablege, ein herausragendes Beispiel neuromanischer Architektur. Hohe Qualität durch ausgesuchte auswärtige Künstler. Erbaut nach Plänen des Münchner Architekt Gabriel von Seidl, der einen vierseitigen romanisierenden Baukomplex mit Kirche und Kreuzgang entwarf. Historisierende Ausmalung der Kapelle und des Kreuzgangs vom Düsseldorfer Heraldiker Otto Hupp. Ausstattung von bester handwerklicher Qualität. A auch für andere Stiftungen der Industriellenfamilie Heyl wurden auswärtige Künstler wie z. B. Theodor Fischer oder Adolf von Hildebrand verpflichtet.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 12 - 17 Uhr
  • Führungen: 13 Uhr mit Architekt Michael Schuy, 15 Uhr mit Dr. Bönnen und Werner 
  • Aktionen: Führungen zur Geschichte der Familie von Heyl und neuen Erkenntnissen zur Kapelle durch Dr. Gerold Bönnen (Stadtarchiv) und Dr. Ferdinand Werner (Wernersche Verlagsgesellschaft); 17 Uhr Konzert
     
Bild: Herrnsheimer Schloss

Herrnsheimer Schloss

Schloss und Park / 67550 Worms Herrnsheim / Lage im Stadtplan

Durch Wolfgang Heribert (1750-1806), Kämmerer von Worms, gen. von Dalberg, im frühen 19. Jh. errichtet. Einbezug des mittelalterlichen Rundturms (seit 1821 Bibliothek) und umfangreiche barocke Substanz. Im Innern reflektieren ausländische Importe die offene Haltung der Bauherren, so zum Beispiel die beiden farbigen franz. Papiertapeten mit Darstellungen von Paris und Landschaft am Bosporus und das pompejanische Zimmer. Kostbarer Parkettfußboden im "Blauen Saal" aus verschiedenen exotischen Hölzern geschaffen. Parkanlage, ursprünglich in barocken französischen Formen, zeitgemäß in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. ...mehr

  • Öffnungszeiten am 12.9.: Treff 13 Uhr
     

Försterbau im Schloss / 67550 Worms Herrnsheim / Lage im Stadtplan

Repräsentativer Mansarddachbau, als eines der Nebengebäude des Schlosses im 18. Jh. errichtet. Die soeben abgeschlossene, zweijährige Renovierung wurde mit einer ausdrücklichen Anerkennung des ersten Sparkassen-Denkmalpreises Rheinland-Pfalz gewürdigt.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 14 - 18 Uhr
  • Führungen: nach Bedarf
  • Aktionen: Kaffee und Kuchen
     
Bild: Die Hochheimer Bergkirche

Die Hochheimer Bergkirche

Hochheim:

Ev. Bergkirche St. Peter / 67549 Worms-Hochheim / Lage im Stadtplan

Saalbau des frühen 17. Jh. Krypta mit Altarplatte und Turmuntergeschosse aus dem Gründungsbau des 11. Jh. Die beiden Turmobergeschosse um 1200. ...mehr

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 9 - 18 Uhr
  • Führungen: 14, 15, 16 u. 17 Uhr
    Aktionen: Festgottesdienst anlässlich des 1000-jährigen Jubiliäums der Bergkirche St. Peter mit Propst Dr. Klaus-Volker Schütz u. Dekan Storch; Erzählcafé im Gemeindesaal
     

Horchheim

Ev. Gustav-Adolf-Kirche / 67551 Worms-Horchheim / Lage im Stadtplan

1907/08 mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes nach Plänen von Friedrich Becker erbaut. Jugenstil-Ausmalung im Chorraum von Fritz Muth, Worms. Orgel der Gebrüder Linck. Mit dem östlich angeschlossenen Pfarrhaus bemerkenswertes Jugendstil-Ensemble, einmalig in der Wormser Umgebung.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 11 - 17 Uhr
  • Führungen: nach Bedarf
     

Pfeddersheim:

Ehemaliges Bahnhofsgebäude / Pfiffligheimer Straße 1, 67551 Worms-Pfeddersheim / Lage im Stadtplan

Großzügiges Bahnhofsgebäude, 1884 im Zuge des Baus der Rheinhessenbahn von der Hessischen Ludwigsbahn errichtet. Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus mit flachem übergiebelten Mittelrisalit waren die Dienst- und Schalterräume, im OG Wohnungen, später Anbau des eingeschossigen Wartesaals und zum Bahnkörper hin einen ebenfalls eingeschossigen Fachwerkbau als Stellwerk. Trotz Betrieb wurde er verkauft, grundlegende Sanierung mit neuem Nutzungskonzept soeben abgeschlossen.

  • Öffnungszeiten am 12.9.: 10 - 18 Uhr
  • Führungen: nach Bedarf
  • Aktionen: Erläuterungen zum Umbau, Fotos und Flyer zur Geschichte

Symbol: Info

Aktionstag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Der "Tag des offenen Denkmals" ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich in diesem Jahr im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den "Tag des offenen Denkmals" bundesweit. Er wird immer am 2. Sonntag im September begangen. Ziel des Tages ist es, Denkmale für ein breites Publikum zu öffnen, die sonst nicht zugänglich sind. Mit dieser Idee zählt die Aktion zu den erfolgreichsten Kulturveranstaltungen in Deutschland.

Das bundesweite, laufend aktualisierte Programm ist im Internet abrufbar unter

www.tag-des-offenen-denkmals.de


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