Der Streit der Königinnen (Teil 3)

Brünhild erhält weiterhin keine Antwort, und kann sich auch nicht mehr wehren. Die Zeit lindert das nicht, und wenn sie hört, dass Kriemhild mit Siegfried in dessen Land glücklich ist, kann sie es sich nicht erklären. Auch verlangt Gunther nie von irgendjemandem aus Siegfrieds Land irgendwelche Dienste oder Zinszahlungen. Noch nach über neun Jahren bohren die Fragen in ihr.

 
Mord an Siegfried

Der Mord an Siegfried

Streit der Königinnen

Streit der Königinnen

So kam es zum Mord an Siegfried

Falls Siegfried wirklich je Gunther untertan gewesen wäre, wäre das durch eine so lange Zeit der Nichtleistung von Diensten längst verjährt. Trotzdem verlangt Brünhild nun von Gunther, er solle Siegfried zum Hofdienst befehlen. Das kann Gunther natürlich nicht tun. Als Kompromiss lädt er Siegfried und dessen Frau Kriemhild zu einem Fest nach Worms ein. Auf diesem Fest geraten die beiden Königinnen in Streit: die Damen sehen bei einem Turnier zu, auf dem Siegfried sich so hervortut, dass Kriemhild schwärmt, er sei würdig, auch in Worms zu herrschen. Das ist Brünhild zu viel. Sie besteht darauf, dass Kriemhild ihr untergeordnet ist, weil Siegfried nur Gunthers Gefolgsmann ist.

Der Streit wird öffentlich, als die beiden zanken, wer beim Kirchgang als erste das Münster (genauer: den Wormser Dom) betreten darf. Brünhild beschimpft Kriemhild, sie sei eine unfreie Dienstmagd und Frau eines Leibeigenen. Kriemhild kontert, ihr Mann Siegfried habe als erster mit Brünhild geschlafen. Als Beweis dafür präsentiert sie Ring und Gürtel. Hagen von Tronje, Gunthers Verwandter und wichtigster Ratgeber, will seine gedemütigte Herrin rächen, beziehungsweise nimmt das zum Vorwand. Sein Interesse gilt nur dem Nibelungenhort, den er nur in seine Gewalt bekommen kann, wenn Siegfried tot ist. Er entlockt Kriemhild hinterlistig das Geheimnis der verwundbaren Stelle Siegfrieds, die beim Bad im Blut des erschlagenen Drachen durch ein Lindenblatt frei geblieben war. Auf einem Jagdausflug in die Vogesen ermordet Hagen mit Gunthers Zustimmung Siegfried, indem er ihm dessen Speer zwischen die Schulterblätter stößt, als er aus einer Quelle trinkt. Kriemhild ahnt, wer ihren Mann getötet hat, und bleibt als trauernde Witwe in Worms.

 

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(Quelle Bilder und Text, sofern nicht anders angegeben: Wikipedia.de)


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