Siegfried und die Frauen (Teil 2)

Das Glück von Siegfried und Kriemhild ist nur von kurzer Dauer. Auf einem Jagdausflug in die Vogesen ermordet Hagen mit Gunthers Zustimmung Siegfried. Er stößt dem Helden einen Speer zwischen die Schulterblätter, als dieser aus einer Quelle trinkt. Kriemhild ahnt, wer ihren Mann getötet hat, und bleibt als trauernde Witwe in Worms zurück.

 
Bild: Siegfried badet in Drachenblut (Nibelungen-Festspiele 2006, Foto: Internetredaktion Stadt Worms)

Siegfried badet in Drachenblut

Siegfried als Steinfigur

Steinfigur Siegfried
(Siegfriedbrunnen Worms)

Siegfried, Brünhild und die Herkunft der Nibelungen

Siegfried ist Sohn des Königs Siegmund von Niederland (Hauptstadt: Xanten am Niederrhein). Er ist unverwundbar, weil er im Blut eines von ihm erschlagenen Drachen badete und dadurch eine Hornhaut bekam. Der stärkste aller Helden hat außerdem einen märchenhaften Schatz erworben, den Hort des verstorbenen Königs Nibelung von Nibelungenland (das in Norwegen gedacht wird). Mit dem Hort erwarb der Drachentöter eine Tarnkappe: einen unsichtbar machenden Tarnmantel ('kappe" steht hier für "Mantel"), die er dem Zwergen Alberich abnahm, der den Hort bewachte.

Siegfried zieht nach Worms, damit er um die schöne Kriemhild werben kann. Doch bleibt er zunächst unverrichteter Dinge für ein Jahr an ihrem Hof, um sich ihren Brüdern unentbehrlich zu machen. Das gelingt ihm auch. Gunther - der älteste Bruder Kriemhilds - verspricht Siegfried, der Heirat zwischen seiner Schwester und ihm zuzustimmen, wenn dieser ihn nach Isenstein (auf Island) begleitet. Gunther möchte die dortige Königin Brünhild zur Frau nehmen. Ihm selbst fehlt es allerdings an der nötigen Stärke, um sie zu freien und für sich zu gewinnen.

Brünhild

Brünhild

Bild: Siegfried übergibt Kriemhild den Gürtel (Nibelungen-Festspiele 2008, Foto: Internetredaktion Stadt Worms)

Siegfried übergibt Kriemhild den Gürtel Brünhilds

Der Betrug an Brünhild

Brünhild besitzt, so lange sie Jungfrau bleibt, übernatürliche, magische Kräfte und ist nicht bereit, sich einem Mann hinzugeben, der sie nicht in drei Kampfspielen besiegen kann: Steinwurf, Weitsprung und Speerwurf. Misslingt es ihm, ist sein Leben verwirkt. Gunther könnte das nie leisten. Siegfried ist sowohl ortskundig - denn er war schon an Brünhilds Hof und kennt sie persönlich - als auch kräftig genug, die Spiele zu bestehen, hat allerdings trotzdem nicht um sie geworben. Siegfried ist bereit, durch die Tarnkappe unsichtbar, Gunther zu helfen.

Brünhild nimmt zunächst an, Siegfried wolle um sie werben. Damit Brünhild keinen Verdacht schöpft, muss Siegfried eine Lüge erdenken, wieso er, ein selbständiger König, zusammen mit Gunther nach Island kommt, wenn er bei der Werbung keine Funktion hat. Siegfried erklärt ihr daher, er sei Gefolgsmann Gunthers und komme nicht freiwillig mit. Daraufhin akzeptiert Brünhild, dass Gunther werben will, und wird zu ihrer Überraschung von ihm, den sie für schwach einschätzte, besiegt. Dass Gunther nur die Gebärden macht und Siegfried, unsichtbar, schießt und Gunther im Sprunge trägt, merkt sie nicht.

In Worms angelangt, ist alles plötzlich anders: Siegfried leistet keine Dienste, sondern wird als mit Gunther gleichrangig behandelt. Außerdem findet gleichzeitig mit der Heirat Gunthers und Brünhilds die Heirat Siegfrieds mit Kriemhild statt, als Doppelhochzeit ohne Rangunterschiede. Kriemhild ist offensichtlich glücklich, obwohl doch eine Heirat mit einem Gefolgsmann des Bruders eine Mesalliance wäre. Brünhild weint an der Hochzeitstafel. Gunther ist aber nicht bereit, ihre Fragen zu beantworten. Da beschließt sie, den Vollzug der Ehe zu verweigern, bis er ihr die Wahrheit gesteht. Da Gunther das nicht tun kann, fesselt ihn Brünhild in der Hochzeitsnacht mit ihrem Gürtel und hängt ihn an einen Nagel an der Wand. Erst am Morgen nimmt sie ihn ab.

Wieder muss Siegfried helfen: In der nächsten Nacht schleicht er, durch die Tarnkappe unsichtbar, in Gunthers Schlafzimmer und ringt Brünhild im Ehebett nieder, bis Brünhild sich freiwillig ergibt. Nun kann Gunther sie entjungfern. Erst daraufhin verliert sie ihre magischen Kräfte und ist so schwach wie eine normale Frau. Während des Kampfes nimmt Siegfried heimlich ihren Ring und ihren Gürtel mit und schenkt sie später seiner Frau Kriemhild als Beweisstücke, weil sie wissen will, wo er in der Nacht nach der Hochzeitsnacht war.

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(Quelle Bilder und Text, sofern nicht anders angegeben: Wikipedia.de)


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