Die Minnesänger von Ibersheim

Der Minnesang ist das schriftlich überlieferte Ritual der gesungenen Liebeslyrik die im Mittelalter äußerst beliebt war. Selbst Kaiser erlagen ihrem Charme. Wenigstens ebenso bedeutend ist aber die Errungenschaft, dass die Minnesänger erstmals den Versuch einer gesamtdeutschen Sprache starteten.

Einer der wohl bekanntesten Vertreter war Walther von der Vogelweide. Aber auch das Wormser Stadtteil Ibersheim schickt hier Berühmtheiten ins Rennen: Friedrich von Hausen und Friedrich II. von Leiningen

Der älteste Minnesang stammt sogar aus dem Nibelungenlied: das "Falkenlied"

 
Bild: Friedrich von Hausen. Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Friedrich von Hausen. Das Wasser soll ein Hinweis auf den Kreuzzug sein, bei dem er und Kaiser Barbarossa ums Leben kamen. Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Bild: Friedrich von Hausen. Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Friedrich von Leiningen; Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Friedrich von Hausen

entstammte dem Geschlecht von Hausen mit Sitz in dem heutigen Mannheim, Burgstrasse (Rheinhäuser Hof). Die Edelfreien von Hausen hatten die Wormser Vasallität. Um 1150 wurde Friedrich geboren. Sein Vater Walther und sein Bruder Heinrich von Hausen waren Erbvögte von Ibersheim. Sie schützten als weltliche Herren das klösterliche Gut und übernahmen die Gerichtshoheit.

Friedrich hatte im heutigen Rheinhessen und auch in Ibersheim Besitzungen. Am Stauferhof war er Ministeriale und Diplomat. 1186 begleitete er den späteren Kaiser Heinrich VI. nach Italien zur Hochzeit mit Konstanze von Sizilien. Beim dritten Kreuzzug , auch mit Richard Löwenherz, begleitete er Kaiser Friedrich I. Barbarossa. In einem Gefecht bei Philomelium in Kleinasien fand Friedrich von Hausen am 6. Mai 1190 den Tod, nur wenige Tage später ertrank am 10. Juni 1190 sein kaiserlicher Herr im Fluss Saleph.

Die Treue der Wormser zu Barbarossa wird heute noch mit der Bronzetafel am Nordportal des Domes dokumentiert. Friedrich von Hausen gilt als der Begründer des höfischen Minnegesangs auf romanischer Grundlage und ist mit 18 Liedern ein bedeutender Dichter und Minnesänger gewesen.

Friedrich II. von Leiningen

entstammte dem Geschlecht von Leiningen, einem alten und weitverzweigten Grafen- und Fürstengeschlecht im heutigen pfälzisch-rheinhessischen Raum. Die Leininger waren auch in Ibersheim begütert und zieren mit ihren silbernen Adlern im Familienwappen ein Viertel des Ibersheimer Ortswappenschildes. Im Codex Manesse, der Heidelberger Liederhandschrift, ist der Minnesänger Graf Friedrich von Leiningen damit mehrfach dargestellt. Es wird angenommen, dass es sich um Friedrich II. von Leiningen-Hardenburg handelt, der von 1201 bis 1227 bezeugt ist.
Aus Urkunden kennen wir seinen Sohn Friedrich von Leiningen-Dagsburg (1234-1250) und seinen Enkel Friedrich IV. (1270-1316). Beide haben am 23. Juni 1285 dem Deutschen Haus zu Coblenz für 200 Pfund Heller (Wormser Währung) die Vogtei und ihre anderen Berechtigungen (Salmengrund und Rechte auf dem Rhein) in der Gemarkung Ibersheim verkauft.

Von dem Minnesänger Friedrich von Leiningen ist nur ein Lied bekannt, in dem er von seiner Dame Abschied nimmt. Aus der Darstellung im Codex wird vermutet, dass er 1227/1228 zu dem fünften Kreuzzug des Kaisers Friedrich II. (Sohn von Heinrich VI. und Enkel Friedrich I.) aufbricht.


Symbol: Achtung!

Wir danken Herrn Edmund Ritscher für die freundliche Bereitstellung der Informationen!

 


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