Viele vorbeugende Vorgehensweisen verhindern Vielfraß
(Vieles tut gut – einfach Einsammeln am besten)
Liebe Leserinnen und Leser,
Schnecken, vor allem Nacktschnecken sind nicht wirklich eine große Freude der Gärtner. Wenn sie in Maßen auftreten sind Schnecken, insbesondere Gehäuseschnecken, ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft im Garten. Durch den Fraß von totem Pflanzenmaterial und toten Tieren leisten sie einen Gesundheitsdienst und fördern die Humusbildung.
Aber in feuchten Sommern können die Gartenbewohner massenhaft auftreten und zur Plage werden. Im Schneckentempo geht es voran und mit schnellen Kaubewegungen wird langsam aber sicher alles kahl gefressen. „Ende der Schonzeit“ sagen sich dann auch die Kinder der VCD-Kindergruppe Die Grünen Spatzen, die im Schulgarten ein Beet haben und greifen in die Trickkiste. Als Biogärtner vertrauen sie den Empfehlungen des Umweltbundesamtes, der Gartenakademie Rheinland-Pfalz und dem NABU und gehen auf Jagd.
Die effektivste, einfachste und preiswerteste Methode ist nämlich das Absammeln. Das gelingt am besten spät abends oder nach einem Regenschauer. Tagsüber findet man viele Tiere unter modrigen Brettern, Hohlziegeln oder Folien, die von den Kindern auch gezielt als Schlafplätze angelegt werden. Wer dann noch indische Laufenten im eigenen Garten artgerecht halten kann, sorgt für eine schonende Entsorgung. Gießen sollte man besser nicht abends, um so die feuchtigkeitsliebenden Tiere bei ihrer nächtlichen Futtersuche zu behindern. Deutlich gebremst werden die gierigen Fresser auch durch einen Schutzwall aus saugstarken Materialien wie z.B. Sägespänen, Branntkalk oder Fichtennadeln, die allerdings bei Nässe unwirksam sind und erneuert werden müssen. Bewährt hat sich im Beet der Grünen Spatzen offensichtlich auch das Ausstreuen von Kaffeesatz rund um das Beet. Kresse, Senf oder Spinat außerhalb der Beete eignen sich gut als Lockpflanzen zum Absammeln und einige Würzpflanzen wie Knoblauch und Thymian bilden einen regelrechten Schutzwall gegen Schnecken.
Sehr effizient, aber ziemlich teuer sind die im Fachhandel käuflichen Schneckenzäune. Bei Nichtbeachtung wichtiger Anwendungsregeln sind die als Wundermittel gehandelten Bierfallen eher schädlich als nützlich. Konkurrenzlos billig und absolut unschädlich sind die natürlichen Feinde der Schnecken wie Igel, Spitzmaus, Erdkröte und Maulwurf. Diese Tiere werden durch eine naturnahe Gartengestaltung, wie für den Schulgarten typisch, besonders gefördert.
Im Beet der Grünen Spatzen ist kaum Schneckenfraß feststellbar. Für den Schlüssel des Erfolges halten die jungen Ökogärtner die naturnahe Gartengestaltung, die durch die Schaffung eines biologischen Gleichgewichtes nachhaltig wirkt und die Kombination zahlreicher umweltverträglichen Maßnahmen. Unter diesen günstigen Bedingungen ist nach Auffassung der Experten der Einsatz von Schneckenkorn zur Lösung des Schneckenproblems nicht erforderlich. Das Kontakt- oder Fraßgift tötet nicht nur Schnecken. Einigen Inhaltsstoffen sagt man eine mehr oder weniger giftige Wirkung auf Bodenorganismen, Wassertiere, Vögel und Säugetieren nach. Die Grünen Spatzen appellieren deshalb an den verantwortungsbewussten Gärtner auf die Anwendung von Schneckenkorn zu verzichten. Dadurch werden die Gewässer geschont und das Leben von Tier und Mensch geschützt.
Umweltschutz ist kinderleicht
VCD-Kindergruppe "Die Grünen Spatzen" (Umweltgruppe für 5-10jährige Kinder)
Ansprechpartnerin: Dr. Erika Nofer-Sauerborn
Telefon: (0 62 41) 82 83 52
E-Mail: nosau@gmx.de