Kartoffeln: Alte Sorten – neu entdeckt!
„Heidi, heida, Kartoffeln aus Amerika!“ Dieses Loblied auf die Kartoffel singen die Grünen Spatzen immer, wenn sie ihre Kartoffeln im Schulgarten ernten oder auf dem Kartoffelacker des Biobauern Markus Gmeiner mithelfen. Egal wo die „knitzen“ Kinder im Einsatz sind, die Knollen werden mit der Hand geerntet und nicht mit Hilfe von Maschinen.
Klasse statt Masse lautet die Devise der VCD-Kindergruppe und sie kann sich fast zu den Pionieren im Anbau von alten Sorten zählen. Seit Jahren erhalten die kleinen Naturschützer Pflanzkartoffeln vom Biolandbetrieb Morgentau (Kleinniedesheim), die sie im späten Frühjahr mit routiniertem Schwung in die Furchen werfen. Eine wichtige Rolle auf dem Hof der Familie Gemeiner spielt dabei der Süddeutsche Kaltbluthengst Max. Er zieht nicht nur bodenschonend und akkurat die Furchen, sondern liefert mit seinem Pferdemist auch noch einen wertvollen organischen Dünger, der für die geschmacklichen Eigenschaften von Biokartoffeln von großer Bedeutung ist.
Die kleinen Kartoffelexperten in der Kinderumweltgruppe und die Fachleute in den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten sind sich da vollkommen einig: Bio-Kartoffeln schmecken besser. Sie enthalten deutlich weniger Nitrat und dafür erheblich mehr Geschmack. Von den herkömmlichen Sorten des Bioanbaus ist „Agria“ als vorwiegend festkochende Sorte mit besonders hohem Vitamin C Gehalt der Star unter den Kartoffeln mit Allroundtalenten. Gerade Personen mit Diabetesrisiko sollten solche Sorten bevorzugen, weil sie die geringste Blutzucker steigernde Wirkung haben. Als Pellkartoffel á point gegart hat dieser Kochtyp den niedrigsten glykämischen Index. Wer gerne Knödel, Gnocchi oder Püree mag und gesundheitlich keine Rücksicht auf den Stärkegehalt der Kartoffel nehmen muss, der sollte Karlena als mehlig kochende Knolle zu seiner Lieblingskartoffel wählen. Karlena lässt sich gut lagern, am besten in einem Naturkeller bei 3 bis 5 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchte.
Gleich ob es sich um den Bestseller der alten Kartoffelsorten, wie Vittelotte, die Trüffelkartoffel von der Loire, die bei Gourmetköchen besonders bliebt ist, handelt, oder um das Universalgenie „Quarta“, die Lagerung muss immer dunkel erfolgen. Sonst treiben die Knollen aus und vergrünen, wobei das Gift Solanin entsteht. Aber darüber brauchen sich die kleinen Erntehelfer keine Gedanken zu machen. Sie sitzen nach getaner Arbeit im Freiluftrestaurant und genießen die leicht angesengten Kartoffeln aus dem offenen Feuer oder dem Feuertopf als einmaliges geschmackliches Erlebnis. Und weil die Vorräte aus dem eigenen Anbau nicht lange reichen, nutzen die Grünen Spatzen gerne das reichhaltige Angebot in den Hofläden der näheren Umgebung.
Ihre Grünen Spatzen
Weitere wichtige Winks und Links in den Umweltseiten der Stadt Worms www.worms.de (Rubrik "Leben in Worms / Umwelt & Agenda 21").
VCD-Kindergruppe "Die Grünen Spatzen" (Umweltgruppe für 5-10jährige Kinder)
Ansprechpartnerin: Dr. Erika Nofer-Sauerborn
Telefon: (0 62 41) 82 83 52
E-Mail: nosau@gmx.de