Gesundheit ist, laut Weltgesundheitsorganisation, „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“ und „bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens“.
Frauen in Stadtteilen mit erhöhtem
Entwicklungsbedarf sind oft in einer besonders belasteten Situation.

Das Sorgen für die Familie kostet viel Zeit und Kraft, sodass für
Gesundheitsvorsorge meist kein Raum bleibt.
Zeit für sich selber haben, Ernährungsgewohnheiten überprüfen, sich bewegen,
sich entspannen, sich Erholung gönnen, miteinander ins Gespräch kommen,
voneinander lernen: das Gesundheitsprojekt für Frauen zeigt Wege auf,
das eigene Wohlergehen, und somit auch das der Familie, zu verbessern und
zu erhalten.
Aufbauend auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der vergangenen Förderperiode ist ein weiteres - inhaltlich modifiziertes -Angebot eines Frauengesundheitsprojektes geboten:
alle Teilnehmerinnen des ersten Kurses teilen mit, dass ihnen die Erfahrungen und Erkenntnisse
im physischen, psychischen und sozialen Bereich vor allem persönlich, jedoch darüber hinaus
auch für die Familie und die weitere berufliche Orientierung von Nutzen sind, und dass sie weitere Angebote brauchen. Da es sich um eine bildungsungewohnte Zielgruppe handelt, angesichts ihrer spezifischen Rolle und der mangelnden Planungskompetenz, lernen die Frauen nur schrittweise, den zeitlichen Rahmen bzw. die inhaltliche Priorität setzen für ein Projekt, bei dem sie selber mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund stehen.
Damit sich die gewonnenen Kompetenzen festigen und ergänzen und somit nachhaltig wirken können, sind weitere spezifische Angebote erforderlich. Um der vorhandenen Neigung, lethargisch in der eigenen belasteten Lebenssituation zu verweilen, entgegenzuwirken, werden die Frauen bei der Vorbereitung und Schwerpunktsetzung des Angebotes aktiv beteiligt. Vorgesehen sind:
Gesundheitsförderung und -vorsorge (im Alltag/ Hausrezepte/ grunds. u. individelle Infos/Allergien)Körperbewußtsein/Bewegung und Entspannung /Sportschnupperstunden
Ernährung (Infos, praktische Tipps, Esskultur,Diäten)/ Kochen (interkulturell, preiswert und gesund)
Alltagsorganisation/ Zeit-/ Haushaltsmanagement (Organisations-, Anti- Stress-, Konfliktstrategien
Erziehung/ Kinderbetreuung (u.a. kindgerechte Ernährung, Stressbewältigung, Vorsorge)
Existenzsicherung/ berufl. Orientierung
Erholung/ Freizeitgestaltung
Die Veranstaltungen werden in thematische Einheiten (a 3 - 5 Kurse) gegliedert; die Teilnehmerinnen wählen am Beginn zunächst drei Themenbereiche aus. Dabei gilt der Grundsatz, dass gemäß der Interessenlage der Frauen die Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema variieren kann. Den Abschluss soll eine Präsentation des Projektes durch die Frauen bilden.
Die Einbindung von KooperationspartnerInnen ist wesentlicher Aspekt mit dem Ziel des Aufbaus bzw. der Erweiterung der Vernetzungsstrukturen im Rahmen einer spezifischen Beschäftigungsstrategie für den Stadtteil. Durch die Gelegenheit des persönlichen Kontaktes
mit FachreferentInnen soll die Möglichkeit zur indirekten Beratung und Motivierung der Frauen einerseits, sowie die Voraussetzung zur Fokussierung der spezifischen Bedürfnisse der
Zielgruppe durch die KooperationspartnerInnen andererseits ausgebaut werden und
nachhaltig wirken.
Durch das Frauen-Gesundheitsprojekt „Frauen aktiv“ wird ein positiver gemeinsamer Erlebnisrahmen für Frauen, auch unterschiedlicher Kulturen, geschaffen werden, der es ermöglicht, gesundheitsrelevante neue Informationen zu sammeln, sich und seinen Körper
neu zu erleben und voneinander zu lernen. So können neue, nachhaltige
Entwicklungsprozesse im Hinblick auf die gesundheitliche, gesamtpersönliche und berufliche Orientierung der Teilnehmerinnen in Gang gesetzt werden. Unter aktiver Beteiligung der
Frauen werden Themenschwerpunkte ausgewählt, ergänzt und gemeinsam erlebt. Zur
näheren Auswahl stehen Angebote in den Bereichen Gesundheitsförderung, Ernährung,
Kochen, Freizeitgestaltung, Körperbewusstsein, Erholung, Bewegung, Alltagsorganisation,
Zeit- und Haushaltsmanagement, berufliche Orientierung, Erziehung.
Den Projektrahmen stellen 15 Kurse à drei Stunden dar. Die Kurse finden im Stadtteilbüro Wormser Süden statt, immer freitags am Vormittag, wenn die Kinder der Teilnehmerinnen in Kindergarten und Schule sind. In Kooperation mit der dortigen Spiel- und Lernstube wird für die Kursdauer eine Kinderbetreuung für die Kleinsten sichergestellt.
Das Angebot richtet sich an Frauen aus dem Wormser Süden, im Standort der “Sozialen Stadt”, die am Thema „Gesundheit“ Interesse haben.
Es finden regelmäßige wöchentliche Kurse statt. Vor allem das positive eigene Erleben, die praktische Erfahrung steht im Vordergrund. Die Themen werden zum Teil durch Fachreferentinnen vermittelt. Es gibt im Bereich Bewegung ‘Schnupperkurse’.

Für die Teilnehmerinnen bot das Frauengesundheitsprojekt den adäquaten Rahmen für eine verbesserte und nachhaltige physische und psychische Entwicklung und damit die Basis für eine zielgerichtete soziale und berufliche Lebensplanung.
Die Resonanz der Frauen auf das Gesundheitsprojekt ist durchweg positiv. Sie artikulieren deutlich, dass im Stadtteil weitere frauenspezifische Angebote gebraucht werden. Auch die Ehemänner unterstützen dieses Anliegen.
Alle Teilnehmerinnen berichten, dass und wie sie Gelerntes in ihrem Alltag umsetzen, und dass der Informationszuwachs, die gewonnenen Körpererfahrungen und der Austausch untereinander insgesamt zu Stressabbau und mehr positiven Erfahrungen führen. Dies kann und sollte durch weitere spezifische Angebote gefördert werden, ebenso wie das interkulturelle Miteinander von Frauen, das - allerdings bislang lediglich im Rahmen dieses Projektes - innerhalb des Stadtteils erstmals gelungen ist. Das Angebot einer Kinderbetreuung stellt die notwendige Voraussetzung zur Kursteilnahme für sämtliche Teilnehmerinnen mit kleineren Kindern dar.

Diakonisches Werk Worms-Alzey
Seminariumsgasse 4 - 6
67547 Worms
Tel. 06241/ 9 20 29 - 0
Fax. 06241/ 9 20 29 -11