Die BIZ Sporthalle wurde 1978 fertig gestellt. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Dach- und Deckenkonstruktion, insbesondere bezüglich der Entwässerung nicht ausreichend dimensioniert.
Wegen einens einfachen Wasserschadens war zunächst an die Sanierung des Daches gedacht. Nach umfangreichen Untersuchungen und mit Unterstützung durch Fördermittel aus dem sog. "Konjunkturpaket II" (2009) wird die Halle nunmehr einer Generalsanierung unterzogen
Lesen Sie den ursprünglichen Sachstandsbericht vom Mai 2008 ...hier (PDF)
Aufatmen bei der Stadt und dem Gebäudebewirtschaftungsbetrieb: nach einer fast vierwöchigen Unterbrechung der Deckenarbeiten in den Nebenräumen kann es endlich weitergehen mit der Sanierung der BIZ-Halle.
Sah man im Oktober noch einer Fertigstellung der BIZ-Sporthalle Anfang des neuen Jahres positiv entgegen, so kann dies momentan vom Bauherrn nicht mehr bestätigt werden. Grund dafür sind einige Firmen, welche die im Vertrag enthaltenen Leistungen nicht termin- oder fachgerecht erbringen und somit den Bauzeitenplan nicht einhalten.
Eigentlich sollte nur das Dach zeitgemäß instand gesetzt werden, durch die Förderung aus Bundesmitteln und nach eingehenden Untersuchungen entschied sich die Stadt Worms jedoch, die gesamt Halle auf "den Stand der Zeit" zu bringen. Insbesondere die energeitsche Sanierung der 30 Jahre alten Halle macht erhebliche Fortschritte.
Die Halle erhält nunmehr eine komplette Außendämmung, die auf die vorhandene Fassade aufgebracht wird. Heizung, Lüftung, Elektrik und Sanitär werden erneuert, das Dach erhält Lichtspender und eine Fotovoltaik Anlage. Alles in allem will man mehr als die Hälfte der benötigten Energie einsparen und die im Oktober 2009 in Kraft tretende Energieeinsparverordnung um nahezu 75% unterschreiten.
"Energieeffizienz spart bares Geld", bringt Bürgermeister Georg Büttler die Sanierungsmaßnahmen auf den Punkt.
Herzstück ist die neue Lüftungsanlage, die weit weniger als die Hälfte der bisher verbrauchten Energie benötigt. Das Lüftungsgerät wiegt 4 Tonnen. Mit einer baugleichen Anlage habe man bereits sehr gute Erfahrungen im Wormser Hallenbad gemacht. Aus bisher 19 unterschiedlichen Lüftungsanlagen werden nunmehr nur noch drei. Mußte man bislang noch bis zu 115.000 Kubikmeter Luft bewegen, reduziert sich diese Menge künftig auf 64.000 Kubikmeter. Dies spart erheblich an Verbrauch- und Wartungskosten. Die alte, teils manuelle regelung wird durch eine moderne, automatische Steuer- und Regelungselektronik ersetzt, die über eingebaute Sensoren die exakt benötigte Frischluft zuführt. Das sorgt für stetig gutes Klima in der gesamten Anlage. Die Sensoren messen Kohlendioxid, Luftfeuchte und Temperatur und werten diese per Computer aus, die Anlage reagiert flexibel. Alleine durch die Einsparungen im laufenden Betrieb werden sich die Anschaffungskosten bereits nach 3-4 Jahren rechnen, informiert Hans-Peter Deutschle, vom städtischen Gebäudebewirtschaftungsbetrieb.
Die erforderliche Dachsanierung wurde ebenfalls genutzt, um das Dach zeitgemäß zu modernisieren. Aus ehemals 18 Oberlichtern, werden nur noch 6 neue Lichtspender, die jedoch 3 mal mehr Licht in die Halle lassen, als zuvor. Die alten, vor dreißig Jahren installierten Lichtschächte waren nur nach Norden ausgerichtet, da man damals noch nicht durch bautechnische Maßnahmen in der Lage war, übermäßigen Lichteinfall zu regulieren.
Die neuen Lichtspender regulieren den Lichteinfall und sorgen tagsüber für stetes Tageslicht in der gesamten Halle. Auch wenn die Abtrennung, die in bis zu 6 Abteilungen möglich ist, geschlossen wird, bleibt in jeder Abteilung genügend Tageslicht. "Dadurch sparen wir im regulären Schulbetrieb 100% am elektrischen Licht ein.", erläutert Architekt Günther Becker das Konzept.
Nach der Sanierung wird das Dach auch komplett begehbar sein, was Wartungsarbeiten erleichtert und verbilligt. Krönender Abschluss soll eine 1000m² große Fotovoltaik-Anlage werden, die bis zu 130 Kilowattstunden Strom produzieren kann.
"Wir liegen bei allen Maßnahmen voll im Zeit- und Kostenplan und wollen die Halle im Frühjahr 2010 wieder komplett frei geben."
Sehen Sie eine Bildergalerie zu den Sanierungsmaßnahmen (Stand: Juli 2009) ...hier
Optisch wirkt das Dach wie eine überdimensionierte Rinne. Da aber die Seitenwangen nicht hoch genug ausgeführt wurden, kommt es zu Wassereindringungen. Dies führt zu Durchfeuchtungen der Deckenplatten. Deshalb wurden (nach unseren Informationen schon fast seit Bestehen der Halle) immer wieder Deckenplatten ausgetauscht.
Diese Platten sind sehr teuer und auch bei der Verarbeitung sehr kostenintensiv, da sie mit Hilfe eines Hubsteigers montiert werden müssen.
Da die Kapazitäten der Schreiner des Entsorgungs- und Baubetriebshofes nicht mehr auskömmlich sind, wurde für die Osterferien erstmalig eine Fremdfirma beauftragt. Um eine mittel – und langfristig vernünftige Gesamtlösung der Dach- und Deckenkonstruktion inkl. Dämmung zu planen, sollte die Firma ein Shed vollkommen freilegen und die demontierten Deckenplatten zur Ausbesserung der restlichen Sheds verwenden. Diese entkernte Konstruktion muss untersucht werden, auch bez. der Raumfachwerkkonstruktion, um dann den Gesamtaufbau konstruktiv und energetisch zu sanieren. Im Anschluss wäre die Sanierung der anderen Dächer nach und nach erfolgt. Geplant war dies nach Fertigstellung der neuen Sporthalle, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten.
Bei der Demontage stellte sich nun heraus, dass sowohl die ehemals durchfeuchteten Platten und die durch Fußbälle mutwillig beschädigten, als auch die restlichen Platten nicht wieder verwendet werden können. Es hat eine derartige Materialermüdung stattgefunden, dass die Ballwurfsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Es besteht die Gefahr, dass eine Platte in die Sporthalle fällt. Wir haben nun, nach Absprache mit Herrn Pfeiffer vom vorbeugenden Brandschutz und Herrn Lambert von der Bauaufsicht, den Trockenbauer beauftragt, die Deckenplatten zu demontieren. Herr Pfeiffer klärt nun die Brandschutzanforderungen an den Deckenaufbau. Parallel werden wir einen Akustiker hinzuziehen. Es wird nun Einschränkungen bez. der Schallübertragung geben.
Die Demontage der Decken hat bereits begonnen.