Neubaustart für Kerschensteiner Schule (03.09.2009)

Gemäß Stadtratbeschluss vom November 2006 wurde im Gebäude der Kerschensteinerschule zum Schuljahr 2008/09 mit der Einrichtung einer integrierten Gesamtschule begonnen.

 
Bild:IGS-Kerschensteinerschule

IGS-Kerschensteiner Schule Baubeginn

Für behinderte Mitmenschen ist ein Fahrstuhl vorgesehen

Zum Start des Neubautraktes für die Integrierte Gesamtschule (IGS) an der Kerschensteinerschule, stellte Oberbürgermeister Michael Kissel mit den verantwortlichen Baufachleuten aus der Verwaltung heute die Maßnahme den örtlichen Pressevertretern vor. Bereits in den Jahren 2004/2005 sei mit der Schulentwicklungsplanung auf den Weg gebracht worden, eine Integrierte Gesamtschule an der Kerschensteinerschule einzurichten, erinnerte OB Kissel. Hinter der Schule laufen die Bauarbeiten jetzt auf Hochtouren. Bagger und schweres Gerät tragen Erdmassen ab. Eine metertiefe, abgesicherte Baugrube lässt darauf schließen, dass hier ein größeres Bauwerk entstehen wird. Für die IGS besteht zusätzlicher Raumbedarf.

Gemäß Stadtratbeschluss vom November 2006 wurde im Gebäude der Kerschensteinerschule zum Schuljahr 2008/09 mit der Einrichtung einer integrierten Gesamtschule begonnen, bei gleichzeitig gleitender Aufhebung der Hauptschule. Im Schulgebäude verbleiben die dreizügige Grundschule und die Kindertagesstätte. Ebenso zum Standort Kerschensteinerschule gehören eine Dreifeld-Sporthalle, ein ehemaliges Schulschwimmbad und Außensportanlagen.
Zusammen mit der vom Bildungsministerium eingesetzten Planungsgruppe (pädagogische Konzeptbearbeitung) und dem vorgegebenen Raumprogramm der Schulbaurichtlinien wurden die geforderten Räumlichkeiten für eine vierzügige IGS der Klassenstufen 5 bis 13 auf den Bestand (das Schwimmbad wird zu einer Mehrzweckhalle umgebaut) und den viergeschossigen, zu einem Pausenhof aufgeständerten Neubau verteilt.
Der geplante Erweiterungsbau auf der Südseite des Gesamtkomplexes ist räumlich mit dem viergeschossigen Gebäudetrakt durch einen geschlossenen Steg über die oberen drei Neubaugeschosse verbunden.
Die im Neubaubereich liegende Außensportanlage (100 Meter Laufbahn) wird verlegt, ein verbleibendes Teilstück kann für den Grundschulsport als 50-Meter-Laufbahn weiter verwendet werden.Die Grundrisskonzeption des Neubaus orientiert sich an den Vorgaben durch das pädagogische Konzept und ordnet jeweils 4 Klassenräumen zwei Differenzierungsräume zu, die der individuellen Förderung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern durch Fachkräfte dienen.
Insgesamt 4 Klassenräume und 2 Differenzierungsräume bilden zusammen mit einem Lehrerstützpunkt eine Geschosseinheit.

Baukonstruktion:
Die tragenden Außenwände des Neubautraktes sowie die aus der Fassade nach Innen weggerückten Stützen werden aus Ortbeton bzw. Stahlbeton- Fertigteilen hergestellt. Über Sichtbetonstützen im freistehenden Untergeschoss zusammen mit dem Aufzugschacht und den Treppenhauswänden werden die Lasten aus 4 Geschossen über Streifenfundamente und Bodenplatte in den Baugrund eingeleitet.
Auf die Außenwände (EG – 3.OG) wird ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Das Untergeschoss erhält eine vor gehängte hinterlüftete Ziegelfassade auf einer Unterkonstruktion aus Aluminium.
Raumseitig erhalten die Außenwände einen lasierenden Anstrich.
Die Klassenraumfenster werden in Kunststoff mit aufgesetzten Außenjalousien aus Aluminium ausgeführt, Türen und Geschoss hohe Fensterelemente (UG, Treppenhaus) als Alu-Konstruktion. Entsprechend der statischen Berechnung werden die tragenden und nichttragenden Innenwände aus Ortbeton in Sichtbetonqualität und Klinkersichtmauerwerk, bzw. Trockenbauweise, hergestellt. Das tragende Klinker Sichtmauerwerk wird zur Klassenraumseite hin verputzt.
Raumtüren werden in stabiler Ausführung (Holztürblatt mit Oberflächenbeschichtung) in eine Stahlumfassungszarge eingebaut.
Gemäß Forderungen des Brandschutzes sind in den Fluren und Treppenhäusern rauchdichte Türanlagen (Glas- Aluminiumkonstruktion) zu installieren.Die Geschossdecken werden als Betonmassivdecken hergestellt. Ein schwimmender Estrich wird eingebaut. Als Bodenbelag sind in den Klassenräumen und Fluren Linoleumbahnen vorgesehen, im Treppenhaus keramische Fliesen.
Die abgehängten Decken bestehen aus schall absorbierenden Mineralfaser- akustikplatten, teilweise zusätzlich mit einem aufliegenden und umlaufenden Schallabsorber für Kinder mit eingeschränktem Hörvermögen und Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen.
Die Untersicht des aufgeständerten Untergeschosses wird gedämmt und mit Holz- Mehrschichtplatten auf Unterkonstruktion verkleidet, bzw. verputzt.Auf der mit einer Dampfbremse und einer Dämmlage überdeckten obersten Betondecke wird eine Gefälle bildende Stahlkonstruktion zur Aufnahme der Dachdeckung aus Aluprofilblechen (z.B. Kalzip) montiert. Die Dachentwässerung des flach geneigten, belüfteten Walmdaches erfolgt über Kastenrinnen und Fallrohre an der Fassade.
Auf der gesamten Dachfläche wird eine Fotovoltaikanlage montiert.

Alle Klassenräume und die Lehrerstützpunkte erhalten eine Be- und Entlüftung (mit Wärmerückgewinnung) als Grundlüftung mit einer Luftwechselrate, die das 0,5 – 0,8-fache des Raumvolumens beträgt. Dadurch können Wärmeverluste über das Fensterlüften reduziert werden.

Für behinderte Mitmenschen (Schüler, Lehrkräfte, Besucher etc.) ist ein Fahrstuhl vorgesehen, der eine rollstuhlgerechte Anbindung an jedes Geschoss und auf das Außengeländer ermöglicht.Das Gelände zum freistehenden Untergeschoss wird abgeböscht und bepflanzt, auf einer Seite erfolgt eine Terrassierung durch Sitzblöcke.Befestigte Flächen im Bereich überdachter Pausenhof werden mit eingefärbtem Betonpflaster hergestellt.Das Regenwasser aus den Dachflächen wird in Zisternen gespeichert und für die WC- Spülung und Außenbewässerung verwendet.Die hoch dämmende Fassade (Vollwärmeschutz+ Fenster) zusammen mit der Lüftungsanlage und der Fotovoltaik sowie einer Beleuchtungsoptimierung führen zu einer deutlichen CO²- Reduzierung.

Werdegang IGS:
Schulträgerausschuss: 07.04.2005/ 22.10.2007
Letzter Stadtratbeschluss: 17.09.2008
Erstellung von Bauantrag und Zuschussantrag: Oktober 2008
Bewilligung des Zuwendungsbescheides durch die ADD Neustadt: Dezember 2008
Erteilung der Baugenehmigung: März 2009
Baubeginn 1. Bauabschnitt (Neubau): 24.08.2009

Daten und Fakten:
Mit den Erdarbeiten wurde am 24. August 2009 begonnen.
Die Erd-, Mauer- und Stahlbetonarbeiten führt die Firma Dupre (Speyer) aus.
Geplante Fertigstellung: November 2010
Gesamtkosten inkl. Baunebenkosten: 3.680.000 Euro (brutto)
Gebäudeabmessung: 25,30m x 24,50m
Hauptnutzfläche: 1.640 m²
Umbauter Raum:13.370 m³


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